Prüfungsangst? So schaffst du die Hundetrainer-Prüfung ohne Nervenflattern
Die drei Bausteine gegen Stress und Nervosität

Einleitung
Steht dir eine Prüfung bevor? Womöglich ist dir jetzt schon angst und bange, wenn du an deine Prüfung zum Hundetrainer denkst. Jedes Jahr erlebe ich dasselbe vor einer Hundetrainer-Prüfung. Ob nun in Praxis oder Sachkunde – natürlich sind die Teilnehmerinnen nervös.
Ich gehöre zum Prüferteam und sehe es als meine Aufgabe, den Prüflingen im Vorfeld ein paar Tipps zu geben und ihnen etwas ihre Unsicherheit zu nehmen.
Aufregung, Unsicherheit, Nervosität oder Angst vor Prüfungen sind bekannte und gehasste Begleiter vieler Menschen. Die Symptome reichen von Herzrasen, nicht schlafen können über Schwindel bis hin zu einem kompletten Blackout.
Aus meiner Erfahrung von über 100 durchgeführten Hundetrainer-Prüfungen finde ich eine Erkenntnis sehr spannend. Diejenigen, die vorher „cool“ waren und zu ihren Kollegen sowas sagten wie „Jetzt mach dir nicht so einen Stress!“ waren diejenigen, die durchgefallen sind. Das waren übrigens meistens die männlichen Kollegen.
Die Prüflinge, die vorher nervös waren und sich Sorgen machten, haben es dagegen meist geschafft und zum Teil sogar sehr gut.
Mit der richtigen Einstellung und einer klugen Vorbereitung kannst du deine Aufregung nicht nur reduzieren, sondern sogar zu deinem Vorteil nutzen.
Inhaltsverzeichnis
Meine größte Prüfungsangst
Ich weiß, wovon ich rede. Prüfungsangst war immer mein Begleiter. Besonders schlimm war meine praktische Führerscheinprüfung. Ich bin nicht nur einmal, sondern gleich zweimal durchgefallen.
Beim ersten Mal war es die Summe vieler kleiner Fahrfehler, die mich durchfallen ließen. Na ja, dumm gelaufen und es war auch ein bisschen Pech dabei.
Dem zweiten Anlauf wohnte ein krasser Blackout bei. Ich war völlig neben der Spur. Die Prüfung war nach 2 Minuten und 200 Metern vorbei. Kurz nachdem ich losgefahren bin, musste ich an einer Straßenkreuzung anhalten. Von links kam ein Porsche, der Vorfahrt hatte. Trotzdem habe ich Gas gegeben und wollte die Straße überqueren.
Dabei dachte ich mir, warum gibt mein Fahrlehrer Gas? Das darf er doch gar nicht und außerdem kommt da doch ein Auto! Ich hatte nicht gemerkt, dass ich es selbst war, die aufs Gaspedal gedrückt hatte. Der Prüfer hinten schrie „Stopp! Anhalten!“ und die Prüfung war vorbei.
Völlig niedergeschlagen ging ich nach Hause. Ich sagte tränenüberströmt zu meiner Familie, dass ich die Prüfung nicht wiederholen werde.
Ich kann das nicht! Ich bin unfähig! Ich habe immer nur Pech!
Mein Bruder bestach mich mit der Aussicht, dass er mir eine Schallplatte schenken würde, wenn ich die Prüfung mache.
Meine Mutter wollte am liebsten mit mir mitheulen, hat sich dann doch lieber eine Strategie für meine Angst überlegt. Sie sagte, sie würde mir das nächste Mal Baldrian geben, das würde helfen. Und es half. Den Führerschein hatte ich wenige Wochen später in der Tasche. Ob die Baldriantabletten wirklich geholfen hatten, keine Ahnung. Zumindest der Placebo-Effekt war offensichtlich effektiv.
Und die Schallplatte bekam ich auch, eine von Helen Schneider. Der Name wird dir vermutlich nichts sagen, aber sie war in den späten 80-ern eine Ikone.
Was ist Prüfungsangst?
Prüfungsangst ist mehr als nur Nervosität. Nervosität und Lampenfieber vor einem wichtigen Ereignis ist völlig normal. Bei Nervosität hat man oft einen erhöhten Puls und ist angespannt. Eigentlich ist das gut, denn beides fokussiert dich und macht dich leistungsfähiger.
Dagegen ist Prüfungsangst intensiver. Sie kann dich lähmen und zu heftigeren körperlichen und emotionalen Beschwerden führen. Der Zustand der Angst dauert meist länger an als die Nervosität.
Symptome können innere Anspannung, Herzrasen, Schwindel, Verdauungsprobleme und unglücklicherweise sogar Blackouts umfassen. Oft besteht die Angst darin, dass du die Prüfungssituation als unüberwindbar empfindest.
Es ist wichtig, dass du die Unterschiede zwischen Nervosität und echter Prüfungsangst erkennst, damit du gezielt daran arbeiten kannst.
Was glaubst du? Hast du wirklich Prüfungsangst oder bist du „nur“ sehr nervös?
Mach dir klar, dass deine Nervosität oder Prüfungsangst normal ist, du sie aber auch bewältigen kannst.
Woher kommt Prüfungsangst?
Die Ursachen für Prüfungsangst sind vielfältig. Meist sind es Druck, Stress und Versagensängste, die sich im Laufe der Vorbereitungsphase aufbauen. Und meist bist es du selbst, die den Druck aufbaut, stimmt’s? In einer Ausbildung zum Hundetrainer ist der Lernstoff tatsächlich sehr umfangreich, Du musst wirklich vieles wissen über Hunde, Hundeverhalten, tiermedizinische Grundlagen und so weiter.
Doch anstatt die Prüfung selbst zu fürchten, solltest du die Gründe bzw. die Ursachen angehen, um deine Prüfungsangst zu reduzieren. Also dir zum Beispiel selbst nicht so viel Druck machen.
Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Ich weiß aber auch aus eigener Erfahrung, dass du selbst einiges dafür tun kannst. Nimm deine Angst ernst, aber gib ihr nicht so viel Bedeutung. Du bekommst gleich einige Tipps, was du tun kannst.
Das Baustein-Modell für eine stressfreie Prüfungsvorbereitung
Es gibt ein einfaches, aber super effektives Modell. Es sind drei Bausteine, die dir dabei helfen, mit einem guten oder zumindest besseren Gefühl in die Prüfung zu gehen.
Die drei Bausteine sind
- Fachliche Sicherheit
- Motivation
- Ruhe & Fokus
Das hängt alles zusammen und das hilft dir. Denn wenn du an einem Baustein arbeitest, stärkst du automatisch die anderen mit.
Baustein 1: Fachliche Sicherheit als Hundetrainer – Wissen, das sitzt
Das hier ist dein Fundament. Fachliche Sicherheit bedeutet nicht nur, dass du den Stoff auswendig runterbeten kannst, sondern dass du ihn auch wirklich verstehst und später als Hundetrainer optimal anwenden kannst.
Eine gute Vorbereitung hilft dir immens. Je besser du den Stoff verinnerlichst, desto sicherer fühlst du dich – und das drückt die Prüfungsangst ganz schön nach unten. Durch dieses sichere Gefühl „stehst“ du viel fester und die Angst kann dir dadurch viel weniger anhaben.
Hier ein paar Tipps, wie du diese Sicherheit aufbaust:
- Überlege, was prüfungsrelevant ist: Was wird in der Hundetrainer-Prüfung vermutlich auf alle Fälle abgefragt? Was die Hundetrainer-Prüfung anbetrifft, ist eines der wichtigsten Themen beispielsweise die Lerntheorie. Setze die Prioritäten beim Lernen auf die Themen, die am relevantesten sind. Du wirst nicht jedes Thema zu 100% können werden.
- Lerne strategisch: Finde die Lernmethoden, die für dich funktionieren – ob Mindmaps, Karteikarten, eigene Notizen, Hörbücher oder Videos ansehen. Am besten, du nutzt alle deine Sinne. Denn so prägt sich das Gelernte besser ein.
- Übung macht den Meister: Je öfter du dich in Prüfungssituationen bringst, desto weniger schreckt dich die echte Prüfung ab. Schreibe dir selbst Fragen auf und lasse dich von jemandem abfragen. Das kannst du am besten mit den anderen Teilnehmern deiner Ausbildung machen.
Baustein 2: Motivation – Dein Antrieb, wenn's mal nicht läuft
Motivation ist das, der Treibstoff, der dich weitermachen lässt – gerade dann, wenn du keine Lust hast oder frustriert bist. Sie hält dich fokussiert, auch wenn der Berg an Lernstoff nicht kleiner werden will.
So bleibst du motiviert:
- Ziele setzen: Klare, erreichbare Ziele machen dein Vorankommen sichtbar. Ein Etappensieg fühlt sich immer gut an! Mache dir deinen eigenen Lernplan und nimm dir jeweils ein bestimmtes Thema vor.
- Ziele visualisieren: Schreib dir deine kleinen Etappenziele auf kleine Zettel. Schnapp dir zwei Gläser. In das eine kommen alle Zettel, die du noch erledigen musst. Jedes Mal, wenn du einen Zettel, ein Mini-Ziel erreicht hast, werfe den Zettel in das andere Glas.
- Erfolg fühlen: Stell dir vor, wie es sich anfühlt, wenn du die Prüfung bestehst. Dann hast du echt viel geschafft und kannst stolz auf dich sein. Klingt banal, funktioniert aber wirklich.
- Belohnungen einbauen: Gönne dir kleine Belohnungen für erreichte Lernziele. Ein leckeres Eis, ein guter Wein oder einen freien Abend, an dem du einfach nur chillst.
Eigene Prüfungsfragen schreiben
Formuliere deine eigenen Prüfungsfragen und beantworte sie. Schreibe das auf Karteikarten oder einen Notizblock. Warum das so genial ist? Allein durch das Ausdenken der Fragen und der Antwort lernst du schon viel. Du checkst damit gezielt dein Wissen ab und motivierst dich gleichzeitig.
- Stell dir also vor, du wärst der Prüfer: Welche Fragen würdest du stellen? Was sind die Grundlagen, die ein Hundetrainer wissen muss?
- Fordere dich selbst heraus: Die Fragen dürfen ruhig knifflig sein – je mehr du dich selbst herausforderst, desto sicherer wirst du.
- Schreib alles auf: Halte die Fragen fest und geh sie regelmäßig durch, besonders vor der Prüfung.
Wenn du deine Fragen dann die Tage vor der Prüfung noch mal durchgehst, wirst du sehen, wie viel du draufhast – das tut deinem Selbstbewusstsein gut.
Lernkarten und Übungsfragen für Hundetrainer in Ausbildung
Die perfekte Prüfungsvorbereitung für die Zulassung beim Veterinäramt gemäß §11 TierSchG mit
- Lernkarten
- Quizfragen mit unmittelbarer Auswertung
- Lernkarten zum selbst erstellen
Du kannst die Lernkarten und die Übungsfragen mit einer App auf dem Smartphone nutzen und das sogar offline.
Du hast aber auch die Möglichkeit, mit einem Tablet oder einem PC zu lernen.
Baustein 3: Ruhe & Fokus – Der Schlüssel zur inneren Balance
Neben Wissen und Motivation brauchst du eins unbedingt: einen klaren Kopf. Denn nur mit Ruhe und Fokus kannst du in der Prüfung wirklich abrufen, was du gelernt hast.
So findest du deinen Fokus:
- Entspannungstechniken üben: Atemübungen, Meditation oder progressive Muskelentspannung können dir helfen, runterzukommen. Näheres dazu in dieser Podcastfolge: Hundetrainer Prüfung §11 – So war der D.O.Q-Test
- Realistische Lernziele setzen: Überforderung bringt Stress – lieber in kleinen, realistischen Schritten lernen.
- Ruhige Lernumgebung schaffen: Mach dein Handy aus, minimiere Störfaktoren und schaffe eine entspannte Atmosphäre.
- Feste Lernzeiten: Mache dir einen Lernplan und halte dich daran. Hier ist die Pomodoro-Technik eine große Hilfe. Du lernst 20 Minuten, dann mache 5 Minuten Pause. Und dann lernst du nochmal 20 Minuten konzentriert und wieder 5 Minuten Pause. Je nachdem, wie aufnahmefähig du bist, wiederhole diese Zyklen 3-4 Mal.
- In einer schriftlichen Prüfungssituation: Lese Fragen und Antworten in Ruhe durch. Achte auf kleine Worte wie ein „nicht“, das einen Unterschied macht. Beantworte zuerst die Fragen, bei denen du dir sicher bist. Die schwierigen Fragen lasse bis zum Schluss stehen.
- In einer mündlichen Prüfungssituation: Rede bewusst etwas langsamer und evtl. in einer tieferen Stimme als sonst. Viele Menschen neigen bei Stress dazu, sehr schnell zu sprechen und dann noch eine Oktave höher. Das lässt den Erregungspegel noch mehr ansteigen.
Weitere Tipps findest du in diesem Beitrag: Hundetrainer-Prüfung: Tipps, Lerntechniken und Methoden.
Die klassischen Entspannungstechniken haben mir persönlich nicht geholfen. Ich bin nicht so der Typ „Ommm“ und Yoga. Die Pomodoro-Technik finde ich dagegen wirklich genial.
Ungewöhnliche Tipps zum Runterkommen
Hier noch ein paar ungewöhnliche Tipps von mir selbst, die du vermutlich in keinem Buch findest, die mir aber echt geholfen haben.
Vor einer Prüfung oder einem Auftritt habe ich mir meine Nägel knallrot lackiert. Mache ich normalerweise nicht. Das sollte Stärke und Kraft ausdrücken. Wenn du ein Mann bist, ist das vermutlich keine Option. Aber wie wäre es, wenn du dir einen neuen Haarschnitt beim Frisör verpassen lässt?
Was mir beispielsweise vor Auftritten total geholfen hat: Unkraut im Garten zupfen. Ok, ein Auftritt mit der Band ist keine Prüfung und schon gar keine wichtige. Aber für mich hatte sich das immer so angefühlt wie vor meinen Führerscheinprüfungen.
Das Wühlen im Garten hat mich richtig gut runterkommen lassen. Ein bisschen moderate Bewegung senkt den Adrenalinspiegel. Das ist nicht nur bei Hunden so.
Vielleicht hast du auch eine Tätigkeit, die dich beruhigt, bei der du dich ein bisschen bewegst und nichts dabei denken musst. Wie wäre es mit staubsaugen, Auto oder Fenster putzen?
Kleiner Tipp: Nimm dir vor der Prüfung ein paar Minuten, um dich zu sammeln – schließe die Augen, atme tief durch und fokussiere dich auf das, was du kannst. Sei stolz auf das, was du bisher schon kannst.
Mach nicht den Fehler und wiederhole kurz davor noch schnell und hektisch deinen Lernstoff. Was du bis dahin nicht drauf hast, wirst du so kurz davor auch nicht mehr in dich reinpressen können.
Fazit
Nervös vor der Hundetrainer-Prüfung zu sein, ist völlig normal. Das zeigt auch, dass du sie ernst nimmst. Auch mit Prüfungsangst bist du nicht allein und du kannst selbst aktiv etwas tun, um sie zumindest zu reduzieren.
Die drei genannten Bausteine – fachliche Sicherheit, Motivation und Ruhe & Fokus – bilden das Fundament für eine stressfreie Prüfungsvorbereitung. Wenn du an jedem einzelnen arbeitest, hast du ein starkes Gerüst, das dich auch in schwierigen Prüfungsphasen trägt.
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