Hundetrainer Prüfung beim Veterinäramt
Eine der häufigsten Fragen unserer Kursteilnehmer der Hundetrainer Ausbildung ist, wie die Prüfung nach Paragraph 11 für Hundetrainer abläuft, was und wie das Veterinämt prüft.
Klare Antwort: kommt darauf an! Das ist tatsächlich immer noch recht unterschiedlich. In jedem Fall werden sowohl Theorie als auch Praxis geprüft. Wie das abläuft, erfährst du hier.
Inhaltsverzeichnis
Hören statt lesen? Bitteschön:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenWie läuft die Sachkundeprüfung als Hundetrainer ab?
Der Nachweis der Sachkunde als Hundetrainer besteht in der Regel aus zwei bzw. drei Teilen:
Eine Theorie- und eine Praxisprüfung. Teilweise gibt es zusätzlich noch ein Fachgespräch.
In welcher Form die Prüfungen durchgeführt werden, ist je nach Bundesland oder Veterinäramt unterschiedlich. Es setzt sich jedoch immer mehr der D.O.Q.-Pro-Test durch als Theorieprüfung.
Theoretische Prüfung und/oder Fachgespräch
Die Prüfung wird entweder in Form des D.O.Q. Pro Test durchgeführt und/oder es findet eine mündliche Prüfung statt, das sogenannte Fachgespräch. Wird deine Hundetrainer Ausbildung als Sachkunde anerkannt, kommst du eventuell um den D.O.Q Test herum. Das ist aber eine individuelle Entscheidung der Menschen beim Veterinäramt.
Bei perroCC hatten wir Kursteilnehmer – sorry, ich meine natürlich Kursteilnehmende, die lediglich eine Praxisprüfung machen mussten. Bei anderen reichte ein Fachgespräch und der nächste musste das ganze Paket absolvieren. Und das beim selben Veterinäramt. Kann man verstehen, muss man aber nicht.
Themengebiete der Hundetrainer-Prüfung:
- Ethologie
- Rasseunterschiede
- Welpenentwicklung
- Ausdrucksverhalten
- Lernverhalten
- Stressverhalten
- Verhaltensprobleme
- Tierschutzgesetz
- Übungsgestaltung und Training
- Veterinärmedizinische Grundlagen
D.O.Q. Pro Test am PC beim Veterinäramt
Der Test besteht aus 50 Fragen mit je 3 Antwortmöglichkeiten als Single-Choice. Dafür hast du 90 Minuten Zeit. Bei vielen Fragen sind Fachausdrücke dabei, die das Verständnis manchmal schwierig machen.
Einige der benutzen Fachausdrücke sind teilweise veraltete Begriffe, wie zum Beispiel „Demutsverhalten“. Zum Bestehen der Prüfung musst du 75% der Fragen korrekt beantwortet haben.
Beispiele für mögliche Fragen bei der Prüfung zum Hundetrainer:
- Welches Verhalten gehört nicht zum Funktionskreis Jagdverhalten?
- Ist Anbindehaltung in Deutschland erlaubt?
- Was versteht man unter instrumenteller Konditionierung?
- Was kann es bedeuten, wenn der Hund sich mit der Zunge über die Nase leckt?
- Wie groß muss ein Zwinger bei einem Labrador sein mit einer Widerristhöhe von 55 cm?
- Wozu dient Aggressionsverhalten?
- Hat der Hund Schweißdrüsen?
- Was ist der Cortex und was macht er?
- Was ist Kryptorchismus?
- Was ist das binokulare Sehen?
Nach Bestehen des D.O.Q. Pro Tests bekommst du den Termin für die praktische Prüfung.
So war die Hundetrainer-Prüfung - D.O.Q. Test Interview
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenPraktische Prüfung
Die praktische Prüfung besteht meist aus zwei Teilen:
- Problemstellung, für die du Lösungsansätze finden musst. Zum Beispiel mangelnde Leinenführigkeit, hochspringen an Menschen oder alles-vom-Boden-Fresser.
- Trainingsplan erstellen für eine neue Übung. Zum Beispiel „Hund soll nach links oben schauen“ oder „Hund soll vor jedem Bordstein stehen bleiben“. Hier wird ein kleinschrittiger Trainingsplan verlangt.
Bei Problemstellungen oder neuen Übungen sollen dem Prüfungskunden erste Schritte erklärt werden, die zur Lösung beitragen bzw. zielführend sind. Weiterhin solltest du Perspektiven aufzeigen, wie der weitere Verlauf des Trainings sein könnte.
Die Praxisprüfung als Hundetrainer kann mit einem echten Hund-Halter-Team erfolgen. Der neueste Schrei sind Prüfungen als Zoom-Call. Wie genau das durchgeführt wird, ist von Amt zu Amt unterschiedlich.
Mir persönlich entzieht sich der Sinn einer Praxisprüfung am PC. Aber gut, meine Meinung ist hier nicht gefragt.
Oft wird zusätzlich eine Bild- oder Videoanalyse verlangt.
Wichtig bei der praktischen Prüfung:
- Mache vorab eine ausführliche Anamnese.
- Habe zwei bis drei Lösungsansätze parat.
- Arbeite möglichst nur mit positiver Verstärkung.
- Beachte das Tierschutzgesetz
Es ist wichtig, dass du dich vor den Prüfungen sehr gut vorbereitest. Sammle unbedingt praktische Erfahrungen im Hundetraining. Du solltest in der Lage sein, deine Kenntnisse und Fähigkeiten zu zeigen und die Aufgaben gemäß den Anforderungen der Prüfer umzusetzen.
Die Prüfer beurteilen auch, wie du den Hundehalter anleitest, also nicht nur, ob du passende Übungen wählst. Nicht nur deswegen ist es wichtig, dass du übst, Kunden anzuleiten. Denn das macht später den Großteil deiner Arbeit aus.
Frage andere Hundebesitzer, Freunde, Bekannte oder Nachbarn, ob du mit ihnen üben kannst, eine Prüfung zu simulieren. Frage sie nach einem Problem, das sie haben oder ob sie ihrem Hund etwas bestimmtes beibringen möchten. Fast alle werden mitmachen, schließlich haben dann auch sie etwas davon.
Damit übst du, eine Anamnese zu erstellen, einen Trainingsplan zu erarbeiten und vor allem Kommunikation mit Kunden. Du wirst sehen, es wird von Mal zu Mal mehr zur Routine. Und Routine bedeutet weniger Stress.
No Go’s: Durchfallkriterien bei der praktischen Prüfung
Prüfungen haben es so an sich, dass man auch durchfallen kann. Doch wenn du eine gute Ausbildung genossen hast, dich gut vorbereitest und am Prüfungstag nicht gerade einen Blackout hast, schaffst du das. Daumen sind gedrückt!
Prüfungsangst?
Fast alle Menschen haben mehr oder weniger Prüfungsangst. Warum das sogar gut ist und wie du damit am besten umgehst, kannst du in diesem Artikel nachlesen.
Tipps für eine effektive Prüfungsvorbereitung findest du in diesem Artikel.
Was du auf keinen Fall bei deiner Hundetrainer Prüfung machen solltest:
- Tierschutzwidrige Verwendung von Hilfsmitteln oder tierschutzwidrigen Hilfsmittel (z. B. Halti mit Schleppleine, Stachelhalsband oder Sprüh-Halsband)
- Unsachgemäßer Einsatz von positiver Strafe
- Fehlender Einsatz von positiver Verstärkung
- Treten nach dem Hund
- An der Leine reißen
- Am Halsband hochziehen
- Im Nacken schütteln
- Auf den Rücken werfen
- Fehlende Anamnese
- Gefährdung anderer Hunde und Menschen
- Nicht erkennen von deutlichen Stressanzeichen eines Hundes
- Verlangen von nicht zu leistenden Aufgaben (Überforderung)
- Eindeutige Fehldiagnosen
Tipp:
Lasse dich nicht auf Diskussionen mit den Prüfern ein. Das bringt dir – wenn überhaupt – nur Minuspunkte ein.
Wie bei jedem Thema gibt es auch im Hundetraining unterschiedliche Meinungen und Ansätze. Du darfst und sollst selbstverständlich deine eigene Meinung vertreten. Doch bei deiner Prüfung wäre das kontraproduktiv.
Was kostet die Prüfung für Hundetrainer beim Veterinäramt?
Du wirst nicht sonderlich überrascht sein, dass die Kosten für die Prüfung beim Veterinäramt stark variieren.
Jedenfalls wirst du ein paar hundert Euros locker machen müssen. Die Kosten belaufen sich im Rahmen von etwa 500-900 Euro.
Vorbereitung auf die Hundetrainer Prüfung
Im Normalfall sollte deine Ausbildung alle Themen behandelt haben, die in der Prüfung beim Veterinäramt abgefragt werden. Da die Prüfung von Veterinärmedizinern durchgeführt wird, ist der Aspekt Tierschutz ein großes Thema und es wird oft großen Wert auf veterinärmedizinisches Wissen gelegt.
Gute Hundetrainer-Ausbildungen gehen auf medizinischen Themen ein, doch selten bis ins kleinste Detail. Das macht auch Sinn, denn der Fokus bei Hundetrainern liegt auf Training.
Da kommt mir eine Gender-Idee: Vielleicht sollte ich in Zukunft „Hunde-Trainierende“ schreiben?
Zurück zum Thema. Schaue dir medizinische Themen nochmal ganz genau an. Das Tierschutzgesetz solltest du sehr gut auf dem Schirm haben und die Fachausdrücke aus der Lerntheorie sollten dir klar sein.
Du solltest unbedingt sehr frühzeitig mit dem Lernen beginnen. Unser Gehirn braucht sehr viele Wiederholungen, bis sich das Gelernte nachhaltig einprägt. Tipp: Nutze unbedingt all deine Sinne. Nur lesen allein bringt dir etwa 10% Lernerfolg. Im Bild unten siehst du die Lernpyramide.
Mit meinen Hörbüchern nutzt du einen weiteren Sinn. Das beste dabei: Du musst nicht noch extra Zeit freischaufeln, denn hören kannst du auch beim Autofahren, beim Gassigehen oder wenn du irgendwo warten musst. Infos zu den Hörbüchern findest du hier.
Buchempfehlungen
Es gibt viele gute Bücher, mit denen du dich auf deine Prüfung als Hundetrainerin vorbereiten kannst. Viele Veterinärämter geben auf ihren Webseiten selbst Buchempfehlungen. Einige der genannten Bücher wurden unseren Teilnehmenden der Hundetrainer-Ausbildung von ihrem Veterinäramt für die Vorbereitung zur Prüfung wärmstens empfohlen.
Die am häufigsten genannten Bücher habe ich hier aufgelistet:
- Hundepsychologie * (Dr. Dorit Feddersen-Petersen)
- Ausdrucksverhalten beim Hund * (Dorit U. Feddersen-Petersen)
- Forschung trifft Hund * (Udo Gansloßer)
- Verhaltensbiologie Hund * (Udo Gansloßer)
- Lassie, Rex & Co. klären auf * (Dr. Pasquale Piturru)
- Handbuch für Hundetrainer * (Theby/DelAmo)
- DVD: Das Kleingedruckte in der Körpersprache des Hundes * (Ute Blaschke-Berthold)
Hinweis: Bei den mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn du darüber kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Dich kostet das nichts, aber du unterstützt mich dabei, dass ich noch mehr hilfreiche Inhalte erstellen kann.
Fazit
Für die Erlaubnis nach Paragraph 11 Tierschutzgesetz für Hundetrainer musst du deine Qualifikation in Form von einer Theorie- und einer Praxisprüfung nachweisen.
Dies wird vom zuständigen Veterinäramt geprüft. Die Prüfungsverfahren der einzelnen Ämter unterscheiden sich zum Teil erheblich.
Buchempfehlungen für die Vorbereitung zur Hundetrainer-Prüfung §11 TierSchG Im Rahmen unserer Hundetrainer-Ausbildung bei perroCC werden wir oft nach Buchempfehlungen gefragt. Insbesondere gefragt wird, welche Bücher...
WeiterlesenBuchhaltung für Kleinunternehmer einfach erklärt: Buchhaltung ist das Fundament für deine Hundeschule, dein Unternehmen. Egal, wie „klein“ es sein mag. In diesem Artikel zeige ich...
WeiterlesenWie viel verdient ein Hundetrainer als Kleinunternehmer? Bei den hohen Preisen kann man als Hundetrainer viel Geld verdienen! Stimmt das? Und wie viel bleibt von...
Weiterlesen